Die unbequeme Wahrheit über perfekte Arbeit

„Ich habe stundenlang an dieser Präsentation gefeilt, bis sie perfekt geworden ist“ – ist das nun gut oder schlecht? Die Antwort wird dich vielleicht überraschen – aber die Gründe werden dich überzeugen. Denn wenn es um Perfektion geht, haben manche Menschen noch erschreckend falsche Vorstellungen.

Wie sieht es nun aus mit der perfekten Präsentation? Gut oder nicht gut? Nunja, für die Vorstellung an sich ist eine perfekte Präsentation sicherlich gut – für die generelle Produktivität allerdings eine Katastrophe. Und das gilt nicht nur für Präsentationen, sondern für jede Art von Arbeit, die du machst: Perfektion ist schlecht!

Die größte Arbeit hat die kleinste Wirkung

Zwar mag perfekte Arbeit erstmal gut aussehen, aber dennoch hat der Aufwand, den du in das perfekte Ergebnis gesteckt hast, am Ende so viel Zeit und Energie gefressen, dass man es letztlich unwirtschaftlich nennen muss. Schuld daran ist das so genannte Pareto-Prinzip bzw. die 80/20-Regel. Diese Regel gilt nahezu immer im Leben und sie besagt, dass wir mit 20 Prozent unserer Arbeit ganze 80 Prozent der Ergebnisse erzielen. Bedeutet konkret: Schon nach 20 Prozent deiner Präsentations-Vorbereitungszeit hattest du 80 Prozent des Ergebnisses fertig – und hast die restlichen 80 Prozent deiner Zeit nur noch in die letzten 20 Prozent (also in die Perfektion) gesteckt.

Nur ein Fünftel der möglichen Arbeit geschafft

Was das in der Konsequenz bedeutet, wird besonders klar, wenn wir nun noch eine Stufe weiterrechnen: In der Zeit, in der du mit 100 Prozent Arbeit und Konzentration eine perfekte 100-Prozent-Präsentation erstellt hast, hättest du auch fünf sehr gute 80-Prozent-Präsentationen erstellen können (5 x 20 Prozent Aufwand = 100 Prozent). Du hast also durch den Wunsch, perfekte Arbeit abzuliefern, nur ein Fünftel von dem geschafft, was du hättest schaffen können (dafür ist deine Präsentation allerdings auf Hochglanz poliert).

Aus diesem Grund ist perfekte Arbeit in unserem Alltag ein echter Bremsklotz. Wenn du kein Herzchirurg oder Chefcontroller eines Millionenunternehmen bist, erzielt perfekte Arbeit fast immer schlechtere Ergebnisse, als sehr gute Arbeit (denn seien wir ehrlich: 80 Prozent sind schon eine Menge!). Deswegen überlege doch beim nächsten Mal lieber nochmal kurz, ob dein Ergebnis wirklich so perfekt sein muss, dass du stundenlang über jedem Detail brütest – oder ob du dich nicht einfach mit einem sehr guten 80-Prozent-Ergebnis zufriedengibst und mit der nächsten Aufgabe weitermachst. Du wirst sehen: Wenn du deinen Perfektionismus-Wahn erstmal überwunden hast, wird deine Produktivität einen richtigen Schub bekommen!

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