Produktiv unterwegs – oder: Wie ich lernte, Wartezeiten zu lieben

Im Wartezimmer rumsitzen, auf die U-Bahn warten, zur Arbeit fahren, im Stau stehen – unser Leben ist voller Wartezeiten. Manche Menschen langweilen sich und verteufeln diese Wartezeiten. Ich liebe sie! Denn Wartezeiten geben mir die wunderbare Gelegenheit, die Dinge zu tun, zu denen ich im restlichen hektischen Alltag nicht komme.

Warum sind Wartezeiten so super? Weil niemand etwas von dir erwartet, du wirst nicht abgelenkt, du kannst tun und lassen, was du willst. Willst du vor dich hinträumen, die Augen schließen und ein kurzes Nickerchen machen? Kein Problem! Willst du dich unterhalten (lassen), einfach so zum Zeitvertreib? Kein Problem! Oder aber willst du gleich etwas erreichen – und die Wartezeit produktiv nutzen?

Unglaubliche Möglichkeiten in mobilen Zeiten

Wir haben heute in den mobilen Zeiten, in denen wir leben, unglaubliche Möglichkeiten. Wir können das meiste von überall erledigen! Wir können morgens in der Bahn unsere E-Mails beantworten, wir können im Wartezimmer endlich den Blogpost lesen, der uns schon länger interessiert, wir können im Auto Podcasts hören und uns weiterbilden.

Dieser Blogpost, den du gerade liest, ist ein wunderbares Beispiel dafür: Er entsteht, während ich auf Schienen unterwegs bin von meinem Wohnort in Schleswig-Holstein zu meiner Arbeitsstelle in Hamburg. Anderthalb Stunden dauert eine Bahnfahrt, morgens hin, abends zurück. Als ich hierhin gezogen bin, hatte ich schon irgendwie Angst, dass ich die Pendelei eines Tages hassen werde, weil die Bahnfahrten so furchtbar lang(weilig) sind. Jeden Tag die gleiche Strecke, jeden Tag verlorene Zeit – mal schauen, wie lange ich das mache, dachte ich mir damals. Heute habe ich gelernt, gerade die Pendler-Zeit im Zug zu lieben und zu schätzen.

Was du alles unterwegs tun kannst

Die Zeit in der Bahn ist zu einer der produktivsten Abschnitte meines Tages geworden. Was immer ich tun möchte, kann ich hier tun: Einen Blogpost oder ein neues Buch schreiben, etwas lesen und lernen, Podcast hören, Netflix schauen (Gott sei Dank gibt es inzwischen den Offline-Modus!), oder an manchen Tagen auch einfach mal die Augen schließen und vor mich hin träumen.

Wartezeiten haben den enormen Vorteil, dass wir in der Situation gefangen sind – wir können uns nicht von anderen Dingen ablenken lassen, wir sind der Situation ausgeliefert. Moment mal, gefesselt und ausgeliefert? Wie kann das ein Vorteil sein? Ganz einfach: Im Prinzip sind Wartezeiten geschenkte Zeiten, die wir zur freien Verfügung haben. Die Frage ist nur, was wir daraus machen!

Langeweile? Was ist das?

Es gibt leider genug Leute, die Wartezeiten hassen und sagen, dass ihnen langweilig wird. Ich wiederum kenne keine Langeweile. Ich habe eigentlich immer etwas, was ich tun muss – oder will. Es ist nur eine Frage der Einstellung und des Wollens, ob Wartezeiten verschwendete Zeiten sind, oder produktive Momente.

Wenn du bislang die Wände hochgehen konntest, wenn du auf die Bahn warten musst oder beim Arzt oder auf dem Amt mal wieder im Wartebereich sitzen musst: Überleg mal, ob du dich nicht lieber freust, dass dir produktive Zeit geschenkt wurde! Nimm dein Handy aus der Tasche – aber nicht, um auf Facebook zu surfen oder Candy Crash Saga zu spielen – nutze die Zeit lieber sinnvoll. Höre einen Podcast, schreibe ein paar Mails oder lies einen spannenden Blogartikel. Ich persönlich liebe auf meinem iPhone vor allem die Kindle-App von Amazon: Ich muss meinen Kinde-eReader gar nicht mehr mitnehmen, ich kann von überall aus auf meine Bücher zugreifen. Wenn ich also unerwartet in eine Warte-Situation komme, kann ich einfach mein iPhone nehmen und das Buch weiterlesen, das ich gerade lese (egal, ob nun ein Krimi oder ein Sachbuch zum Weiterbilden).

Wie produktiv bist du unterwegs? Möchtest du deine Wartezeiten überhaupt effizient nutzen, oder sind das Entspannungspausen, die dir niemand nehmen darf? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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